Drogen, die lieben Drogen (Teil 3)

Berghain auf Speed, was sonst

Kurz und schmerzlos, mein zweites Mal im Berghain war so semi. Aber es hat mich zu einem eindrücklichen Vergleich inspiriert. Hier habt ihr ihn.

Halbmarathon ist wie ein Sonntag im Berghain. 

Der Anfang
Im Rückblick einer der schönsten Momente: It begins. Teurer Spaß, aber was soll’s. Bald darauf fängt das Schwitzen an. Hitze. Nach 5 km gibt‘s eine halbe Banane, Powerboost. Get some Speed. Wo gibt‘s die Getränke?

Während
Der Rest hat irgendwie mehr Spaß als ich. Oder? Bei Kilometer 11: Will eigentlich jetzt wieder heim, man soll gehen wenn’s am schönsten ist. 
Nee komm, mach weiter. Verlier den Rest nicht, lass dich mitziehen. Wenn du dich jetzt hinsetzt, kommst du nicht mehr hoch, du musst in Bewegung bleiben. Leichtes Flimmern, das Herz pocht viel zu schnell. Nach 15 km macht‘s auch wieder mehr Spaß, wirst sehen. Leute, die ich nicht kenne, machen mir Mut. Jubeln. Bald. Bald. 

17 km, ich könnte mich doch eigentlich auch mal zum Marathon anmelden (oder den Zug auf Dienstag umbuchen). I could do it.

In Wirklichkeit: You wanna die? 

18 km, ein Mann kotzt sich die Seele raus. Er ist ganz blass. Eben war er noch in Ordnung. Alles ok mit dir?
Nur noch 3 km, easy! Schmerzen. Aber nicht unaushaltbar. 20, 21 km.

Finally. I love everything.

Im Ziel
Gedanken zwischen „das fühlt sich so geil an“, „das war’s jetzt schon?“ und „Ich bin komplett, ich bin genug“. 
Alles. ist. gut. Herz! 

Danach
Ein befreiendes Niesen knackst mir den Rücken aus. Rotz läuft die Nase herab, kein Taschentuch dabei. Anstoßen. We did it. War das etwa die geilste Strecke ever? Vielleicht. Der Mund ist trocken, der Rücken nass. Sehe auch echt ziemlich mitgenommen aus.
Irgendeiner quasselt mich voll, „Sportnahrung, kennste?“ 

Der Heimweg
Jeder in der Tram scheint zu wissen wo du warst und was du gemacht hast. Nur noch der eine Gedanke: nach Hause. Duschen. 

Montag kommt die Quittung. Na ja egal, denn: Das war kein Tag wie jeder andere.

Foto von Lisa Schumann.